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#HappyMom: Warum du Erwartungen aus deinem Leben verbannen solltest

Sonntag, 18. Juni 2017
Wer meinen Blog schon länger liest, der weiß, dass ich das Leben mit Kind einigermaßen pragmatisch, entspannt und realistisch betrachte. Ich hatte eigentlich auch schon vor Florian keine großartigen rosaroten Erwartungen, obwohl ich mich natürlich bis über alle Berge gefreut habe! Aber ich habe das alles einfach auf mich zukommen lassen - ohne zu viel Druck, ohne allzu konkrete Vorstellungen. Das war auch gut so, denn unser Alltag ist meistens weder rosarot noch sonderlich Instagram-tauglich, auch wenn das lustigerweise (insbesondere auf Instagram) manchmal anders aussehen mag. Im Wohnzimmer liegen oft mehr Krümel als mir lieb ist, die Fenster könnten auch mal wieder geputzt werden, Florian entdeckt gerade seine trotzige Seite und ich bin mir nicht sicher, ob ich immer alles richtig mache, aber mei. Das ist eben so! Und ich glaube: Es ist eben genau der Clou, nicht zu viel rosarote Perfektion zu erwarten. Dann ist die Chance, dass man am Ende zufrieden ist, um einiges größer. Das heißt nicht, dass es überhaupt keine Bilderbuchmomente gibt (denn davon gibt es mehr als reichlich!) und ich meine Rolle als Mutter nicht mega toll finde (denn wer mich kennt, der weiß, wie sehr ich es liebe!) ... Aber das Leben mit Kind ist eben nicht perfekt. Und das muss es um Gottes Willen auch nicht sein. Das macht es ja auch so besonders, unvorhersehbar und bunt.

Ich glaube auf jeden Fall, dass man sich sein Glück und seine Zufriedenheit als Mutter ganz schön verbauen kann, wenn an alledem ein ellenlanger Rattenschwanz an Erwartungen hängt. Es gibt so ein paar "Kernbereiche" im Leben einer Mutter, die meiner Meinung nach ohne große Erwartungen als sehr viel entspannter und positiver empfunden werden. Und über ebendiese möchte ich heute ein bisschen plaudern. Denn unnötigen Stress muss man sich als Mutter doch wirklich nicht machen - davon haben wir doch echt genug, oder!? Fangen wir also auch schon an!

Die Geburt

Diese rosaroten Erwartungen beginnen nämlich schon bei der Geburt (immer wieder höre ich Dinge, die in etwa so klingen: "Es soll ein wundervolles Erlebnis werden!", "Auf gar keinen Fall ein Kaiserschnitt, das wäre das Schlimmste!", "Ich möchte nicht, dass in den Geburtsvorgang eingegriffen wird!" etc.). Okay, schön und gut. Dass aber die meisten Geburten währenddessen einfach alles andere als wundervoll sind, oft mit Komplikationen verbunden sind, höllisch weh tun (ja, wirklich) und nicht selten in einer chaotischen Saugglockenaktion oder gar einem Notkaiserschnitt enden, das darf man einfach nicht ausblenden. Auch machen die Hebammen und Ärzte in manchen Situation nicht unbedingt genau das, was man gerade will. Sie machen aber einfach ihren Job, wissen wirklich was sie tun (versprochen) und habe eine irrsinnige Verantwortung, die sie auch sehr ernst nehmen - ja, sogar sehr viel ernster als vieles andere. Man sollte es ihnen also verzeihen, wenn vielleicht in manchen Situationen nicht zu 100% auf die eigenen Wünsche eingegangen werden kann, oder etwas anders läuft als geplant. Wenn man die rosarote Brille einfach mal weglässt, der Realität ins Auge sieht, ganz pragmatisch an die Sache herangeht und bereit ist zu akzeptieren, dass die Geburt vielleicht nicht so läuft, wie man sich das immer vorgestellt hat, dann ist man schon auf einem guten Weg. Ich habe wirklich viele Geburtsberichte von Frauen gelesen, die ganz genaue Vorstellungen von dieser Erfahrung hatten, dann aber ein vollkommen anderes Erlebnis hatten und letztendlich irgendwo desillusioniert, enttäuscht oder gar sauer waren. Das ist doch irre schade und es muss einfach nicht so weit kommen. Wenn man dieser Erfahrung mit einer offenen und realistischen Einstellung begegnet, kann einen dann am Ende eigentlich nichts schocken. Und dann kann man die Anfangszeit mit Baby genießen, ohne irgendwelche negativen Gefühle zu hegen. Und ja, vielleicht hat man auch die absolute Traumgeburt. Aber vielleicht läuft auch einiges schief und es kommt alles anders als erwartet. Dann heißt es einfach: Go with the flow! Denn das wichtigste ist doch, dass Mutter und Kind am Ende gesund sind. Und nach der Geburt geht doch der schöne Part eh erst los!

Genau so wenig sollte man übrigens ein negatives Geburtserlebnis erwarten und panisch irgendwelche Internet-Foren durchforsten. Es geht einfach darum, realistisch zu sein und flexibel zu bleiben. Das ist meines Erachtens die gesündeste Einstellung, mit der man diesem Erlebnis entgegentreten kann.

Dieses Bild spiegelt übrigens die ersten Wochen mit unserem kleinen Floh perfekt wider. Er hat eigentlich nicht viel anderes getan, außer zu brüllen. Überall zuckersüße Bilder von Säuglingen, schlafend in ihren Bettchen... Aber nein, so kann's auch kommen, haha!

Das Stillen

Nach der Geburt hört es aber nicht auf mit den Erwartungen. Nächstes Thema: Stillen! Ja, es ist das Beste für dein Baby. Und nein, es klappt leider nicht immer. Und dann geht die Welt auch nicht unter, keiner stirbt und man wird trotzdem eine ganz wundervolle Zeit mit seinem kleinen Säugling haben. Ich hatte nie damit gerechnet, Florian nicht stillen zu können. Es schien mir einfach das normalste auf der Welt. Dann klappte es nicht und ich war total verunsichert und gestresst, weil einem von allen Seiten dieses Bild vermittelt wird, dass man unbedingt stillen muss, komme was wolle. Ich war schon total fertig und habe es immer und immer wieder versucht (teilweise sehr krampfhaft) und natürlich hat es so erst recht nicht funktioniert. Was ich ganz sicher weiß? Wenn es beim nächsten Kind nicht klappt, schließe ich schneller mit dem Thema ab und steige auf die Flasche um und erspare uns allen den Stress. Und das würde ich jeder frischgebackenen Mami auch raten. Natürlich sollte man es probieren (wenn man stillen möchte), sich vielleicht kompetente Hilfe suchen und nicht sofort die Flinte ins Korn schmeißen, denn es ist das Beste für's Kind und auch wirklich sehr viel unkomplizierter als das Fläschchen. Aber wenn das Stillen zu einem Reizthema wird, sollte man überlegen, ob man das Ganze nicht auch anders lösen kann. Auch dem Baby zuliebe. Denn die spüren ganz genau, wenn ihre Mami unzufrieden ist und geraten so selber in Stress. Das sollte man nicht vergessen. Ich finde es wirklich sehr schade, dass es so wenige Ansprechpartner gibt, die diese Meinung vertreten und einem das Gefühl vermitteln, dass alles okay ist, egal was das Baby für eine Milch trinkt.

"Stillen! Ja, es ist das Beste für dein Baby. Und nein, es klappt leider nicht immer. Und dann geht die Welt auch nicht unter, keiner stirbt und du wirst trotzdem eine ganz wundervolle Zeit mit deinem kleinen Säugling haben."


Die Erwartungen anderer

Noch schlimmer als die eigenen teils unrealistischen Wunschvorstellungen und Erwartungen, sind die Dinge, die andere, ja oft gar fremde Personen, von einem erwarten. Das interessiert mich prinzipiell schon mal nicht. Ich mache mich damit nicht verrückt. Es gibt nämlich im Allgemeinen kein richtig und falsch, nur das, was sich für einen persönlich gut oder schlecht anfühlt. Und man sollte es genau so machen, wie man möchte. Denn nur dann handelt man intuitiv und richtig, wenn man so will. Auch wenn man sich damit vielleicht bei manchen Leuten unbeliebt macht. Wir haben vieles mit Florian anders gehandhabt als andere. So hat er nachts bereits mit 6 Wochen in seinem eigenen Bett in seinem eigenen Zimmer geschlafen und lag prinzipiell viel lieber im Kinderwagen als in einer Trage oder einem Tuch (die ich mir im Vorfeld für teures Geld gekauft hatte). Bei vielen Leuten stößt man mit solchen Entscheidungen auf Unverständnis oder gar Kritik. Das ist mir aber egal. Geht sie nämlich nichts an. So einfach ist das! 😉 Jede Mutter weiß im Grunde, was ihr Kind braucht und was funktioniert und was nicht. Aber ich habe immer öfter das Gefühl, dass Mütter ihre innere Stimme, ihre mütterliche Intuition, gar nicht mehr hören. Weil nämlich von allen Seiten irgendwelche Ratschläge und Erwartungen kommen, die einem die Sicht auf die persönliche Situation schnell trüben können. Man sollte alles so machen, wie es sich für einen selbst gut und richtig anfühlt, egal was andere dazu sagen. Dann kann auch nichts schiefgehen! Man weiß intuitiv, was gut für sein Kind ist. Das hat die Natur irgendwann vor langer Zeit mal so bestimmt. Und diese innere Stimme sollte man viel mehr zu Rate ziehen.

"Es gibt im Allgemeinen kein richtig und falsch, nur das, was sich für einen persönlich gut oder schlecht anfühlt."



Die Erwartungen an einen selbst

Und ganz wichtig, ist es als Mutter mit sich selbst nicht allzu hart zu sein. Wenn man immer erwartet alles perfekt zu machen, alles im Griff zu haben und keine Fehler zu machen, kann man eigentlich nur scheitern. Das habe ich sehr schnell gelernt. Der Alltag wird einem wirklich sehr erleichtert, wenn man einfach etwas entspannter ist und stets flexibel bleibt. Einiges in unserem Leben zu dritt hat sich im Endeffekt anders gestaltet, als ich es mir vorher vorgestellt habe. Florian hat sich beispielsweise nach und nach zu einem sehr problematischen Schläfer entwickelt (Das Hauptproblem momentan: Er braucht so gut wie keinen Schlaf und ist unermüdlich, egal wie lange ich ihn über den Spielplatz jage, haha). Aber ich habe es aufgegeben nach Antworten und Fehlern zu suchen und ihn krampfhaft zum Schlafen zu bewegen. Jeder Mensch is eben unterschiedlich und er ist so zuckersüß, findet alles um ihn herum so irre interessant und ist eben lieber ...wach. Jedes Kind ist unterschiedlich - man kann vorher so viel lesen wie man möchte, sich mit anderen Eltern austauschen... was einem am Ende bleibt, sind Erwartungen, die auf die eigene Situation vermutlich gar nicht passen. Ich hatte vor Florians Geburt schon so ein paar grobe Vorstellungen, was gewisse Dinge betrifft. Aber inzwischen habe ich einfach losgelassen und passe unser Zusammenleben zu dritt immer wieder neu an und halte weniger an diesen rigiden Strukturen oder Wunschvorstellungen fest. Und ich muss sagen: Uns geht's sehr gut damit!

Ja, so ein Kind zeigt einem immer wieder Alternativen auf, zwingt einen zu mehr Flexibilität und Kreativität. Und ich finde das schön. Man muss es nur zulassen. Dann ist das Glück nicht weit entfernt.

Ihr Lieben! Ich hoffe, der Beitrag hat euch gefallen und wünsche euch noch ein wundervolles Wochenende!

Alles Liebe
Eure Stilblume
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