Unser Alltag mit Baby und Kleinkind - Ein Update


Die Frage, die mir am meisten von euch gestellt wird: Wie meistern wir unseren Alltag mit Baby und Kleinkind? Nachdem es schon länger kein Update mehr dazu gab, möchte ich euch heute ein bisschen erzählen, wie wir unsere Tage hier verleben und wie es uns geht.

Ganz am Anfang hatte ich mich ja mal zu unserem Alltag geäußert, aber seitdem ist schon wieder ziemlich viel Zeit vergangen. Mia ist inzwischen fast ein halbes Jahr alt und Floh hat vor kurzem seinen 2. Geburtstag gefeiert. Wir hatten nun genug Zeit uns einzugrooven und zu schauen, was im Alltag funktioniert und was nicht. Dabei müssen wir trotzdem immer wieder umdenken und unsere Routinen anpassen, da beide Kinder sich einfach permanent weiterentwickeln oder neue Gewohnheiten an den Tag legen. Allgemein laufen manche Tage ziemlich gut und wiederum andere würde ich am liebsten streichen...! Aber das geht vermutlich vielen Eltern so 😅


Der stressige Alltag mit Baby und Kleinkind

Ich bekomme oft Fragen von Müttern auf Instagram, die auch bereits ein Kind unter zwei Jahren daheim haben und nun wieder schwanger sind. Sie möchten dann wissen, wie schwierig der Alltag in so einer Konstellation tatsächlich ist bzw. wo die Schwierigkeiten genau liegen. Ich werden auch oft gefragt, ob ich so einen geringen Altersabstand empfehlen kann... Und ja, kann ich. Aber man muss schon damit leben können, dass es eine Weile ziiiiiemlich stressig ist. Denn ich will ehrlich sein: Ich finde den Alltag mit zwei Wickelkindern teilweise schon hart, alles andere wäre komplett gelogen. Es gibt wirklich total chaotische Tage, an denen ich nicht mehr weiß, wo mir überhaupt der Kopf steht. Insbesondere da ich ja auch immer wieder ein paar Stunden arbeiten muss (Projekte und Kooperationen auf dem Blog und Instagram). Ich bekomme selten alles perfekt unter einen Hut und ein Bereich leidet eigentlich immer. Meistens ist es der Haushalt, da die Kinder an erster Stelle kommen und dann die Arbeit. Der Alltag ist einfach ein Balanceakt... und an manchen Tagen gelingt uns das ganz gut, an anderen eher nicht so... An manchen Tagen ist es aufgeräumter und an manchen Tagen versuche ich die Tür zu unserer Wohnung nur so weit aufzumachen, dass der Postbote nicht sieht, was sich dahinter für ein unglaubliches Chaos an Wäsche, Bauklötzen und angeknabberten Brezen versteckt.

Was ich auch sehr deutlich spüre: Mit nur einem Kind blieben mir doch immer mal wieder ein paar Momente, die nur mir gehörten. Gewisse Freiräume, um einfach mal kurz durchzuatmen. Diese sind nun auf ein absolutes Minimum geschrumpft und das ist teilweise wirklich sehr anstrengend. Manchmal habe ich so ein bisschen das Gefühl, mich selbst etwas aus den Augen zu verlieren, wenn das Sinn macht. Den ganzen Tag bin ich damit beschäftigt meine Programme abzuspulen: Wickeln, füttern, stillen, kochen, wickeln, einkaufen, aufräumen, wickeln, stillen... Sobald ein Kind versorgt ist, ist schon wieder das nächste dran. Abends falle ich dann erschöpft ins Bett und am nächsten Tag geht alles von vorne los 😅

Was mir persönlich im Alltag auch besonders schwer fällt, sind die Momente, in denen ich mich eigentlich zerreissen müsste, um beiden Kindern gerecht zu werden. Klassisches Beispiel: Ich sitze auf dem Sofa und stille Mia. Florian rennt weg und fängt an irgendwelchen Blödsinn zu machen. Entweder er geht an den Mülleimer in der Küche, oder schmeißt Gegenstände ins Klo - so etwas in der Richtung (wer kennt's!?). Dann muss ich rufen. Rufen hilft meistens nicht. Also muss ich Mias Mahlzeit unterbrechen und ihm hinterherrennen. Oft spiele ich wiederum mit Florian und prompt fängt Mia an zu weinen und ich muss Floh vertrösten. Mia kann tagsüber auch selten länger am Stück schlafen, weil Floh so viel Lärm macht... das ist manchmal etwas frustrierend. Ich denke aber, dass das in unserem neuen Haus definitiv besser werden wird, da wir dort einfach mehrere Stockwerke haben und man oben im Schlafzimmer dann nicht so viel hört. Das sind halt so die klassischen Schwierigkeiten im Alltag. Ich kann mich selten voll auf ein Kind konzentrieren und das finde ich manchmal wirklich schwierig. Und natürlich tut es mir auch irgendwie leid. Aber man lernt ja auch dazu und viele Situationen kann man mit etwas besserer Organisation ein kleines bisschen optimieren. Wenn ich Florian eine Beschäftigung anbiete und Mia dann stille, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass er sich für ein paar Minuten nicht dazu hinreißen lässt, meine Lippenstifte im Klo zu versenken. Mir fällt es jedoch ab und zu noch schwer, in jeder Minute alles zu 100% zu durchdenken und immer so vorausschauend zu handeln, dass nichts schiefläuft. Das nimmt dem Leben auch so ein kleines bisschen die Lockerheit, weswegen ich dann manchmal einfach das Chaos walten lasse... 😅

Aber insgesamt ist es wirklich so, dass die fröhlichen und ausgelassenen Momente, die mir meine zwei Kleinen bescheren, für vieles entschädigen! 😊 Und ich würde mich immer wieder für einen so geringen Altersabstand entscheiden. Floh und Mia fangen schon jetzt an zusammen zu spielen und es ist wirklich so niedlich, die zwei zu beobachten. Ich glaube wirklich, dass die doch recht anstrengende Zeit jetzt am Anfang nach und nach belohnt wird! Und es ist auch wirklich nach wie vor so, dass ich meinen Job als Mutter gegen keinen anderen auf dieser Welt eintauschen würde, egal wie anstrengend manche Tage sind. Genauso froh bin ich, dass Floh nicht in die Kita geht, sondern wir jeden Tag zusammen verbringen können. Ach ja, wenn ich meine zwei Mäuse am Ende eines langen Tages anschaue, wie sie zerzaust und mit roten Bäckchen im Bett liegen, weiß ich einfach, dass wir alles richtig machen.


Stillen

Das mit dem Stillen hat von Anfang an bilderbuchmäßig geklappt. Bei Mia war das alles so selbstverständlich, als hätten wir nie etwas anderes gemacht. Für mich erstens eine wunderschöne Erfahrung und natürlich eine riesige Erleichterung, weil das bei Florian ja alles so schwierig war und ich letztendlich aufgab und auf die Flasche umstieg (was ich jetzt per se nicht schlimm finde, aber es war teilweise einfach extrem unpraktisch!). Das nächtliche Stillen finde ich nicht annäherungsweise so anstrengend, wie das nächtliche Fläschen kochen damals mit Floh. Ich werde kaum wach und schlafe direkt weiter - perfekt! Deswegen ist es mir auch wirklich egal, dass Mia noch nicht durchschläft. Ich bekomme genug Schlaf, um tagsüber zu funktionieren. Ich könnte auch gar nicht genau sagen, wie oft ich sie nachts stille, da das wirklich komplett im Halbschlaf abläuft.

Wir haben schon ein paar Mal versucht, Mia eine Flasche mit PRE-Nahrung anzubieten, so dass ich vielleicht ab und zu mal etwas unabhängiger sein kann. Leider hat das bis jetzt überhaupt nicht funktioniert und sie hat die Flasche immer abgelehnt und geschrien. Das kam etwas unerwartet - ich dachte irgendwie immer, jedes Kind kann aus der Flasche trinken... Aber es gefällt ihr überhaupt nicht. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir Tipps geben, wie man die Flasche etwas attraktiver machen kann?

Beikost

Ich habe Mia bereits immer mal wieder verschiedenen Gemüsebrei angeboten, aber bis jetzt hat das noch nicht so gut funktioniert. Die Milch schmeckt ihr einfach noch zu gut 😁 Aber ich mache mir da überhaupt keinen Stress. Bei Florian hat das damals auch ein bisschen gedauert und ich habe ihm da überhaupt keinen Druck gemacht. Wozu auch! Ich finde: Jedes Kind hat da sein ganz eigenes Tempo, wie bei so vielen anderen Dingen auch.


Die Trotzphase

Florians Wutanfälle haben wir zum Glück inzwischen wirklich besser im Griff. Das war ja wirklich teilweise richtig schlimm und wir waren total verzweifelt. Ich habe auf Instagram viele Tipps bekommen und unter anderem wurde mir auch das Buch Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn empfohlen. Mir hat es wirklich die Augen geöffnet und ich sehe viele Dinge nun ganz anders.  Ich bin ansonsten nicht so der Ratgeber-Leser, aber das Buch ist wirklich toll und erklärt einem nicht nur, was in den Kindern vorgeht, sondern zeigt einem auch, wie man sein Kind liebevoll durch die Wut begleiten kann. Ich kann das Buch jeder Mami nur wärmstens empfehlen! Es kann einem diese schwierige Phase wirklich um einiges erleichtern bzw. einen auch super auf die Trotzphase/Autonomiephase vorbereiten, wenn das Kind noch etwas kleiner ist. Alex liest auch regelmäßig darin und ist ebenfalls total begeistert. Und natürlich gibt es immer noch Situationen, die uns komplett überfordern, in denen ich falsch reagiere, oder Florian in meiner Verzweiflung mit Schokolade besteche... aber diese Momente werden tatsächlich weniger 😅

Ihr Lieben - ich wünsche euch nun schöne, entspannte Ostertage! Wir hören uns ganz bald wieder 😀
Alles Liebe
Eure Julia

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